Kurzfassung
Mit CVE-2026-90680 ist eine kritische Schwachstelle im Router D-Link DIR-823G in der Version 1.0.2B05_20181207 bekannt geworden. Der Fehler erreicht einen CVSS-Wert von 9.4 und steckt in der HNAP1-Funktion SetStaticRouteSettings, wo ein stackbasierter Buffer Overflow per Netzwerk ausgelöst werden kann. Neu hinzugekommen sind zudem die ebenfalls kritischen Schwachstellen CVE-2026-90692 und CVE-2026-90693 im D-Link DIR-878 120B05, die ebenfalls per Netzwerk ausnutzbare stackbasierte Buffer Overflows beschreiben. Für Unternehmen und kleinere Standorte mit solchen Altgeräten besteht Handlungsbedarf, auch wenn bisher keine öffentlich dokumentierte Ausnutzung genannt ist.
Was ist passiert?
Betroffen ist der D-Link-Router DIR-823G. Der gemeldete Fehler sitzt in der Verarbeitung von Parametern innerhalb der HNAP1-Komponente. Ein entfernter Angreifer kann die Eingaben PAddress, SubnetMask oder Gateway so manipulieren, dass ein Speicherfehler auf dem Stack entsteht.
Hinzu kommen zwei weitere kritische Meldungen zu D-Link DIR-878 120B05. Bei CVE-2026-90692 betrifft der Fehler die Funktion SetDynamicDNSIPv6Settings in der Komponente Dynamic DNS IPv6 Settings; manipulierte Eingaben über die Argumente IPv6Address beziehungsweise Hostname führen dort ebenfalls zu einem stackbasierten Buffer Overflow. CVE-2026-90693 betrifft die Funktion SetWan3Settings in der Komponente WAN Settings, bei der die Manipulation der Argumente Primary oder Secondary denselben Fehlertyp auslösen kann.
Solche Schwachstellen sind auf Netzwerkgeräten besonders heikel, weil Router oft lange im Einsatz bleiben, selten inventarisiert werden und direkt an sensiblen Übergängen zwischen internem Netz und Internet arbeiten. In Außenstellen, kleinen Büros, Werkstätten oder bei Dienstleistern können solche Geräte unbemerkt weiterlaufen.
Technische Details
Die Schwachstelle CVE-2026-90680 ist als stackbasierter Buffer Overflow beschrieben. Auslöser ist die Funktion strcpy in der Datei beziehungsweise dem Endpunkt /HNAP1/SetStaticRouteSettings der Komponente HNAP1. Werden die Argumente PAddress, SubnetMask oder Gateway gezielt manipuliert, kann ein entfernter Angriff gestartet werden.
Die neu gemeldeten Schwachstellen im D-Link DIR-878 120B05 folgen demselben Grundmuster. CVE-2026-90692 liegt in der Funktion SetDynamicDNSIPv6Settings der Komponente Dynamic DNS IPv6 Settings; als problematische Eingaben werden IPv6Address und Hostname genannt. CVE-2026-90693 betrifft die Funktion SetWan3Settings in der Komponente WAN Settings, wobei die Argumente Primary und Secondary den stackbasierten Buffer Overflow auslösen können. In beiden Fällen ist laut Beschreibung ein entfernter Angriff über das Netzwerk möglich.
Der CVSS-Basiswert liegt bei allen drei Schwachstellen bei 9.4 nach CVSS 4.0 und beschreibt damit eine kritische technische Schwere, nicht automatisch eine bereits beobachtete Ausnutzung in freier Wildbahn. Der Vektor zeigt: Der Angriff ist über das Netzwerk möglich, die Angriffskomplexität ist gering, es ist keine Nutzerinteraktion nötig, allerdings sind niedrige Berechtigungen erforderlich.
Zu möglichen Folgen nennt die Bewertung hohe Auswirkungen auf Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit. Das ist bei Router-Schwachstellen relevant, weil erfolgreiche Angriffe je nach Exploit in Richtung Gerätekontrolle, Manipulation der Netzkonfiguration oder Denial-of-Service gehen können. Ob bereits ein funktionsfähiger öffentlicher Exploit kursiert, ist nicht mitgeteilt.
Wer ist betroffen?
Genannt wird konkret der D-Link DIR-823G in der Version 1.0.2B05_20181207. Neu hinzugekommen ist außerdem der D-Link DIR-878 in der Version 120B05. Ob weitere Firmware-Stände oder Modellvarianten betroffen sind, ist derzeit nicht genannt.
Praktisch relevant ist das vor allem für kleine und mittelständische Umgebungen, Filialen, Homeoffices mit Firmenanbindung und andere Standorte, an denen ältere D-Link-Router noch produktiv laufen. Für die meisten Leser ist das nur dann kritisch, wenn genau diese Modelle tatsächlich im Bestand sind. Wer andere Router einsetzt, ist von dieser Meldung nicht unmittelbar betroffen.
Empfohlene Maßnahmen
Prüfen Sie zuerst, ob das Modell DIR-823G mit der Firmware 1.0.2B05_20181207 oder der DIR-878 mit der Version 120B05 noch im Einsatz ist. Inventarisierung geht hier vor Bewertung: Viele Teams unterschätzen, wie viele Altgeräte in Nebenstandorten oder bei extern betreuten Anschlüssen noch aktiv sind.
Wenn eines der Geräte vorhanden ist, sollten Sie den administrativen Zugriff sofort auf vertrauenswürdige Netze beschränken. Deaktivieren Sie Fernzugriff aus dem Internet, falls er nicht zwingend nötig ist, und sperren Sie Verwaltungsoberflächen per Firewall oder vorgeschaltetem Zugriffsschutz ab. Besonders wichtig ist das für HNAP-bezogene Verwaltungsfunktionen sowie für WAN- und Dynamic-DNS-bezogene Konfigurationsbereiche, sofern diese überhaupt benötigt werden.
Segmentieren Sie betroffene Standorte sauber. Ein verwundbarer Router sollte nicht unkontrolliert aus beliebigen internen Netzen erreichbar sein. Ergänzend empfiehlt sich eine Prüfung auf ungewöhnliche Konfigurationsänderungen, Neustarts oder nicht autorisierte Anpassungen an Routing-Einträgen, WAN-Parametern oder Dynamic-DNS-Einstellungen.
Steht kein Sicherheitsupdate bereit oder lässt sich der Status nicht verlässlich klären, ist der Austausch des Geräts die sauberste Option. Bei älteren Netzwerkkomponenten ist das oft wirtschaftlicher und sicherer als ein längerer Weiterbetrieb mit Workarounds.
Einschätzung von CyberSecurity-News.de
Die technische Schwere ist hoch, die Informationslage aber noch dünn. Bekannt sind Modell- und Firmware-Angaben, betroffene Funktionen und die Art der Speicherfehler. Nicht genannt sind dagegen weitergehende Details zu Patches, unterstützten Produktlebenszyklen oder zu einer möglichen aktiven Ausnutzung.
Mit den neu hinzugekommenen Fällen auf dem DIR-878 verdichtet sich das Bild, dass mehrere ältere D-Link-Router in administrativen oder konfigurationsnahen Funktionen kritisch angreifbar sein können. Für DACH-Unternehmen ist das kein flächendeckender Notfall, wohl aber ein konkretes Betriebsrisiko in Umgebungen mit älteren Routern. Gerade an Außenstellen geraten solche Geräte leicht aus dem Blick. Entscheidend ist deshalb nicht die Schlagzeile, sondern die Bestandsaufnahme: Wer die genannten Modelle nicht einsetzt, kann die Meldung abhaken; wer sie betreibt, sollte zügig eingrenzen, absichern und mittelfristig ersetzen.
Fazit
CVE-2026-90680 ist für betroffene D-Link-DIR-823G-Systeme ernst zu nehmen, weil ein Remote-Angriff auf ein Netzwerkgerät möglich ist. Mit CVE-2026-90692 und CVE-2026-90693 kommen nun zwei ähnlich gelagerte kritische Schwachstellen im D-Link DIR-878 120B05 hinzu. Prüfen Sie jetzt, ob eines der genannten Modelle im Bestand vorhanden ist, beschränken Sie den Verwaltungszugriff sofort und planen Sie bei fehlendem Update den Austausch des Geräts.
Quellenangabe
Weiterführende technische Details finden Sie beim NVD-Eintrag zu CVE-2026-90680.






